Eukona

Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung

Ein wichtiges Dokument für die Berufsbildung ist der Orientierungsrahmen „Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung“, der im Jahr 2001 entwickelt und vorgestellt wurde. Der Orientierungsrahmen wird verstanden „im Grunde als eine konzertierte Aktion aller an der Berufsbildung Beteiligten, die in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen ihren Beitrag leisten können“. Als wesentlich notwendige Handlungsfelder werden dabei unter anderem gesehen..

  • die dentifizierung allgemeinberuflicher Kernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung und Erprobung entsprechender didaktischer Konzepte
  • die Identifizierung berufsspezifischer Kompetenzen des neuen Leitbildes und Umsetzung in Lehr-/Lernarrangements.

Genau hier setzt das Projekt EuKoNa an. Im Mittelpunkt des Ansatzes steht eine klare Kompetenzorientierung. Zur Orientierung für die Zielgruppe und den generellen Zielsetzung der Qualifzierung werden folgende Kompetenzbereiche zugrunde gelegt und hinsichtlich einer konkreten Förderung beachtet:

Kompetenzbereiche

Formulierung der Kompetenzen

Wahrnehmen/Kommunizieren

Wahrnehmen von und Kommunizieren in Problem- und Handlungssituationen unter Nachhaltigkeitsaspekten

Analysieren

Analysieren von betrieblichen Handlungssituationen sowie betrieblichen Systemen, Produkten und Prozessen unter Nachhaltigkeitsaspekten

Planen/Modellieren/Entwickeln

Planen bzw. Entwickeln von nachhaltigen Konzepten und Modellieren von nachhaltigen Arbeits- und Geschäftsprozessen sowie nachhaltigen Produkten

Strukturieren/Darstellen

Strukturieren und Darstellen von nachhaltigen Sachverhalten, Prozessen und Lösungen

Interpretieren / Bewerten /Reflektieren

Bewerten und Reflektieren von Daten, Produkten, Lösungen und Prozessen unter Nachhaltigkeitsaspekten

Transferieren

Übertragen von Lernergebnissen auf andere Sachverhalte mit Nachhaltigkeitsdimensionen

 

In der Beschlussempfehlung und in dem Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (17. Ausschuss) zum Aktionsplan zur UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird hervorgehoben, dass bereits in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet worden seien. Dabei wird auch erwähnt: „Die Berücksichtigung von nachhaltigkeitsrelevanten Lernzielen bei der Modernisierung von Ausbildungsordnungen und in Ausbildungsordnungen für neue Berufe, die Entwicklung von praxisbezogenen Konzepten in branchenbezogenen Modellprojekten sowie weitere vorbereitende und flankierende Maßnahmen wie z. B. den Orientierungsrahmen zur Integration von Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung“ (S. 3).

Folgende Festlegungen und Empfehlungen seien erwähnt:

  • Die Beschlussempfehlung fordert insbesondere die Politik auf, „die exemplarische Entwicklung und Erprobung von Konzepten zur Integration von Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung in ausgewählten Praxisfeldern an den Lernorten der Berufsbildung systematisch weiterzuverfolgen, die anwendungsbezogene Berufsbildungsforschung in diesem Bereich zu intensivieren und die Dokumentation und Verbreitung von Good-Practice-Beispielen zu fördern“ (S. 5).

  • Weiterhin: „die Einrichtung einer Transferstelle für nachhaltigkeitsbezogene Projekte, Forschungen, Good-Practice-Beispiele aus der und für die betriebliche Praxis und Modellvorhaben in der beruflichen Bildung als gemeinsame Plattform für Bündelung, Information, Kommunikation und Kooperation zu prüfen, wobei auf Verknüpfungen zur allgemeinbildenden Plattform zu achten ist“ (S. 5).

  • Darüber hinaus heißt es: „ihre Aktivitäten zur Förderung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene in einem Aktionsplan zu bündeln, der als Beitrag der Bundesregierung zur Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung werden sollte. Die allgemeine, die berufliche und die hochschulische Bildung sollten jeweils mit adäquaten Beiträgen beteiligt sein“ (S. 7).

Inzwischen liegt eine Reihe von guten Beispielen vor, die auch methodische Aspekte erörtern. Dazu finden Sie in der vorliegenden Publikation zahlreiche Beiträge, die es auszuwerten und zu verstetigen gilt.

Festzuhalten bezüglich der Einordnungen der Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung ist, dass sie

  • den Referenzrahmen der drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung aufnimmt,
  • sich verstärkt neuen didaktisch-methodischen Vermittlungs- und Aneignungsformen zuwendet,
  • die Gestaltung und Veränderung ihrer Umfeldbedingungen konzeptionell einbezieht und sich als Teil lernender Organisationen versteht,
  • sich verstärkt mit anderen Politikbereichen, Strukturveränderungen, technologischen Entwicklungen etc. verbindet,
  • sich zunehmend ausrichtet auf berufs-, lernort- und lebensbereichsübergreifende Ansätze und damit zu einer Auflösung starrer Berufsgrenzen beiträgt,
  • sich den Herausforderungen eines lebensbegleitenden Lernens zuwendet.

Letztlich ist jedes Berufsfeld, jeder Beruf von dem neuen Leitbild in spezifischer Weise betroffen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch eine Reihe berufsübergreifender Kompetenzen und Qualifikationen, die es zu beachten gilt. Für eine breite Realisierung des Leitbildes nachhaltigen Wirtschaftens sind zahlreiche Aktivitäten notwendig, denen sich das Projekt EuKoNa in besonderer Weise widmen möchte.


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